Rotatorenmanschettenriss

Der häufigste Ursache für chronische Schmerzen in der Schulter sind Probleme mit der Rotatorenmanschette: Diese Muskel- und Sehnengruppe umspannt das Schultergelenk wie ein Mantel und gibt ihm dadurch Stabilität.

Die Muskeln der Rotatorenmanschette verbinden den Oberarmkopf gleich viermal mit dem Schulterblatt, wodurch die Armbewegungen in die verschiedenen Richtungen möglich sind. Sind aber einzelne oder mehrere dieser Sehnen oder Muskeln eingerissen, dann leiden die Betroffenen unter Schmerzen – vor allem bei der Bewegung des Armes nach vorne und zur Seite, aber auch nachts, wenn sie auf der betroffenen Seite zum Liegen kommen. 

Extreme Behinderung in Alltag, Beruf und Sport

Manche Bewegungen lassen sich nach Verletzungen der Rotatorenmanschette nicht mehr ausführen.

Schon das Kämmen, das Fensterputzen, das Tragen einer Einkaufstasche oder der Klick mit der Computermaus kann enorme Schwierigkeiten verursachen, an ein Tennis-, Volleyball- oder Golfspiel ist gar nicht mehr zu denken.

Besonders Handwerker, die viele Überkopf-Arbeiten verrichten, sind häufig von einem Rotatorenmanschettenriss betroffen. Maler, Trockenbauer, Monteure und andere Berufstätige, die viele Arbeiten über Kopf ausüben müssen, sind besonders häufig betroffen und durch diese Erkrankung gehindert, ihren Beruf auszuüben.

Risse entstehen in der Regel durch langsamen Verschleiß

Die Risse in den Muskeln und Sehnen der Rotatorenmanschette entstehen in der Regel durch langsamen Verschleiß, da im höheren Alter das Gewebe nicht mehr so gut durchblutet und mit Nährstoffen versorgt ist und die jahrelange Belastung ihre Spuren hinterlassen hat. Die Mediziner sprechen dann von degenerativen Veränderungen, die zu diesen Erkrankungen führen.

Manche Patienten spüren die Risse als plötzlichen Schmerz: Normale Alltagstätigkeiten wie das Heben einer Einkaufstasche können bereits dazu führen, dass die Sehnen unvermittelt einreißen. Nicht immer wird der Riss überhaupt wahrgenommen, in manchen Fällen geschieht die Verletzung des Muskels schleichend.

Sorgfältige Diagnostik, um Ausmaß und Lage der Verletzung zu beurteilen

Für unsere Schulter-Patienten bieten wir eine besondere Sprechstunde an, in deren Rahmen wir gezielte differenzierende Untersuchungen bei Schulterschmerzen vornehmen. Vermuten wir eine Verletzung der Rotatorenmanschette, setzen wir neben der körperlichen Untersuchung, zu der auch Funktionstests gehören, bildgebende Verfahren ein.

Mittels Ultraschall können wir die vollständigen oder partiellen Risse der Sehnen meist deutlich darstellen. Eine Magnetresonanztomographie (MRT) verhilft uns zu einem detaillierterem Bild, wie sich die Situation rund um das Gelenk gestaltet.

Viele moderne Therapiemöglichkeiten einer Ruptur der Rotatorenmanschette

Frühzeitige Operation mindert das Arthrose-Risiko deutlich

Wir raten allgemein dazu, Risse in der Rotatorenmanschette möglichst frühzeitig zu operieren. Denn selbst kleine Risse schließen sich nicht wieder, sondern werden stets größer, so dass es zu einem späteren Zeitpunkt schwieriger wird, die Sehnen wieder zusammenzubringen.

Das Risiko einer späteren Arthrose im Schultergelenk schnellt zudem in die Höhe, wenn sich durch eine nicht mehr funktionsfähige Sehne ein Ungleichgewicht –vergleichbar mit einem defekten Kugellager – einstellt. Es kommt möglicherweise zur einseitigen Abnutzung des Knorpels, zu Fehlhaltungen und verstärkten Schmerzen.

Schonende Gelenkspiegelung – weniger Wundschmerz und unauffällige Narben

Wann immer möglich operieren wir die Einrisse in die Rotatorenmanschette minimal-invasiv: Durch einen kleinen Schnitt führen wir ein bleistiftgroßes Rohr ein, das vorne eine Lichtquelle und eine hochauflösende Kamera mitführt. Auch Operationswerkzeuge wie Zangen, Fräsen oder Sauger können wir durch kleine Schnitte einführen und dann am Monitor genau die Arbeit im Gelenk überwachen.

Die Patienten profitieren von der Gelenkspiegelung (Arthroskopie) durch schnell heilende Wunden, kleine, unauffällige Narben und weniger Schmerzen. Zudem wird das Schultergelenk nach der Operation deutlich schneller beweglich, da operationsbedingte Verletzungen der Muskulatur auf ein Minimum reduziert werden.

Die Dauer der Krankenhausaufenthalts vor und nach einer Operation beträgt im Regelfall etwa drei bis fünf Tage.

Sorgfältige Reparatur des Einrisses und der betroffenen Bereiche

Während des operativen Eingriffs vernähen wir die Risse in der Rotatorenmanschette. Zuvor entnehmen wir vernarbtes und entzündliches Gewebe und weiten unter Umständen das Schulterdach, unter dem die am häufigsten betroffene Sehne, die Supraspinatus-Sehne, entlang gleitet.

Angenähte Sehne im Oberarmknochen verankern
Falls die vorbereitete Sehne sich bis zum Oberarm ziehen lässt, verankern wir sie mit Hilfe von Schraub-Ankern an ihrem natürlichen Ansatzpunkt am Oberarmkopf.

Falls nötig: Muskeln oder Sehnenersatz transplantieren

In einigen Fällen ist der Defekt jedoch nicht durch Zusammennähen und Verankern zu beheben, weil sich die betroffene Sehne zu sehr verkürzt hat oder das Gewebe sich als zu sehr vorgeschädigt erweist.

Dann können wir einen Muskel aus Rücken oder Brust dorthin transferieren und damit die Lücke schließen. Zudem bieten wir auch moderne Therapie-Ansätze bei derartigen nicht rekonstruierbaren Sehnenrissen. So führen wir etwa auch Sehnenersatz-Operationen mit tierischem Ursprungsmaterial durch.

Das Besondere an unseren Operationsverfahren: Selbst den Muskel- und Sehnentransfer können wir in den meisten Fällen ohne große Schnitte, also arthroskopisch, durchführen.

Besondere Expertise bei wiederholten Eingriffen

Treten Probleme mit der Rotatorenmanschette auf, die bereits zu einem früheren Zeitpunkt – in den meisten Fällen in anderen Kliniken – operiert worden waren, können wir mit unserem umfassenden Know how oft Lösungen anbieten.

Gerade bei diesen so genannten Revisions-Operationen besitzen wir viel Erfahrung und haben uns vielfältige Techniken angeeignet, so dass wir die für die Patienten oft nur schwer zu ertragende Schmerzsituation deutlich verbessern können.

Nach der Operation des Rotatorenmanschettenrisses

Schulter optimal entspannen und durch gezielte Physiotherapie neue Muskeln aufbauen

Damit die Sehne sicher einheilen kann, bringen wir die Schulter mittels einer Armschlinge und eines Schulterabspreizungskissens in die ideale Position, in der möglichst wenig Spannung auf die Sehne einwirkt.

Damit die Schulter aber in der ersten Zeit der Ruhigstellung nicht versteift, beginnen wir noch während des etwa drei- bis fünftägigen Krankenhausaufenthalts mit der Physiotherapie. Diese soll nach der Entlassung unbedingt fortgesetzt werden.

In vielen Fällen ist auch eine Rehabilitationsbehandlung im Anschluss anzuraten, bei deren Organisation unsere Klinik gerne behilflich ist. Denn aufgrund der Schmerzen haben viele Patienten sich Schonhaltungen angewöhnt und viele Muskeln kaum noch genutzt. Diese Muskeln müssen die Patienten jetzt gezielt aufbauen und die Bewegungsabläufe, die sich falsch eingeschliffen haben, wieder so erlernen, dass sie Fehlbelastungen vermeiden.

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