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Palliativstation der München Klinik

Jeder Mensch geht seinen Weg- und wir gehen diesen mit.

Trotz aller Fortschritte in der (Krebs-)Medizin können wir nicht für alle Patientinnen und Patienten eine Heilung erreichen. Sowohl parallel zur laufenden Behandlung als auch dann, wenn das Lebensende nahe scheint, bieten wir diesen Menschen die weit gefächerte Kompetenz der Palliativmedizin an.

An all unseren Standorten mit Onkologie gibt es eine Palliativeinheit und damit eine frühe Einbettung der Palliativmedizin in den Behandlungsverlauf. Darüber hinaus schafft die Palliativstation am Standort Harlaching eine Versorgungsebene für eine vertiefte und spezielle palliative Behandlung, Betreuung und Begleitung.

Palliativstation Harlaching in Zahlen

10Betten

im Neubau Harlaching (ab Sommer 2026) stehen dann 18 Einzelzimmer zur Verfügung.

~7 + >21Medizin & Pflege

Auf der Palliativstation arbeiten ca. 7 Ärzt*innen und über 21 Pflegekräfte.

Umfassende Unterstützung

Auf Station unterstützen Psychoonkologie, Atem-, Musik- & Physiotherapie, Seelsorge, Sozialdienst

Bei uns steht der Mensch ganzheitlich im Mittelpunkt

Durch ein speziell ausgebildetes, erfahrenes und multiprofessionelles Team aus Pflege, Medizin, Seelsorge, Psychoonkologie, Physio-, Atem- und Musiktherapie, Sozialarbeit sowie ehrenamtlichen Hospizhelfer*innen können Menschen mit schwersten krankheitsbedingten Symptomen fürsorglich und umfassend betreut werden.

Unser Palliativ-Konzept „Best Care of the Dying" (BCD), welches in den letzten Lebenstagen eingesetzt wird, wurde zuerst in Liverpool entwickelt und hat sich inzwischen als Behandlungspfad in vielen Palliativstationen bewährt. Es stellt sicher, dass die Betroffenen von allen medizinischen Maßnahmen befreit werden, die in der letzten Lebensphase belasten könnten. So wird ein würdevolles Sterben nach den Wünschen der betroffenen Menschen ermöglicht.

Neben der Sterbebegleitung unterstützen wir auch für die Zeit nach Entlassung von unserer Palliativstation nach Hause, in ein Pflegeheim oder Hospiz. Zusammen mit den Palliativnetzwerken im Umfeld schaffen wir Strukturen, die einen Lebensabend und letztlich das Sterben außerhalb des Krankenhauses ermöglichen sollen.

Wer kann auf die Palliativstation?

  • Menschen mit einer unheilbaren, fortgeschrittenenen Erkrankung und begrenzter Lebenserwartung.
  • Menschen, die eine stationäre Krankenhausbehandlung benötigen; d.h. eine ambulante Versorgung ist ausgeschöpft und/oder nicht möglich.
  • Menschen mit vorliegenden unkontrollierten Symptomen wie Angst, Unruhe, Atemnot, Schmerzen, Übelkeit, Tumorwunden oder psychosoziale Nöte, die ambulant nicht ausreichend gelindert werden können.
  • Menschen, die mit einer Therapiezieländerung und dem Konzept der Palliativmedizin einverstanden sind.

Unsere Aufgabe & Ziele

  • Ganzheitliche Betreuung und Pflege unsere Patientinnen und Patienten
  • Linderung von komplexen Beschwerdebildern
  • Begleitung der Angehörigen
  • Vorbereitung der häuslichen Betreuung
  • Begleitung in der Sterbephase
„Palliativmedizin ist die Behandlung von Menschen mit einer nicht heilbaren progredienten und weit fortgeschrittenen Erkrankung mit begrenzter Lebenserwartung, für die das Hauptziel der Begleitung die Lebensqualität ist. Palliativmedizin beschränkt sich dabei in der Betreuung schwerkranker lebensbedrohlich erkrankter Menschen nicht nur auf die letzte Lebensphase. Viele Grundsätze der Palliativmedizin sind auch in frühen Krankheitsstadien zusammen mit der kausalen Therapie anwendbar.“
Was ist Palliativmedizin? Definition in Anlehnung an die DGP

Einblick in die Palliativstation: unsere Räumlichkeiten

Die Zeit auf der Palliativstation

Unsere Palliativstation ist ein Ort des Ankommens und Wohlfühlens, Weitergehens und Loslassens. ​​​​​​​Wir lassen uns auf jeden Menschen individuell ein.

Am Anfang möchten wir die Patientinnen und Patienten sowie ihre Zugehörigen kennenlernen und lassen ihnen Zeit, sich an die neue Situation zu gewöhnen. Jederzeit steht unser multiprofessionelles Team zur Verfügung. Alles, was geht wird gefördert, alles was nicht (mehr) geht, wird akzeptiert und entsprechend übernommen.

Im Verlauf zeichnet sich ab, welchen „Weg“ der Mensch einschlägt, oft auch anders als erwartet. Dabei begleiten wir einfühlsam:

  • Einige Patient*innen sind zur Einstellung ihrer Symptome stationär und werden rasch wieder in ihr gewohntes Umfeld entlassen.
  • Einige Menschen begleiten wir in ihrer Sterbephase bei uns. Hierbei steht sowohl die Linderung jeglichen Leids als auch die einfühlsame Begleitung der Zugehörigen im Vordergrund
  • Bei vielen Patient*innen führt unsere Behandlung neben der Linderung ihrer Symptome auch unverhofft zu einer deutlichen Verbesserung des Allgemeinzustands, sodass eine Weiterbetreuung in einem Hospiz, Pflegeheim oder, nach Anpassung der Versorgungsmöglichkeiten, auch zuhause möglich ist.

Wichtig zu wissen: Unsere Station ist keine Einrichtung der Dauerpflege.

Der Aufenthalt ist daher zeitlich begrenzt und braucht die Notwendigkeit einer stationären Krankenhausbehandlung.

  • Entlassung nach Hause: Nach Stabilisierung und Linderung der zur Aufnahme führenden Symptome soll das Leben und Sterben zuhause ermöglicht werden! Mehr als 60% der Deutschen wünschen sich das, tatsächlich tun dies nur 25%. Damit es gelingt, braucht es zum einen eine gute Schulung der Betroffenen und ihrer Zugehörigen, zum anderen die Koordination eines Palliativnetzwerkes aus AAPV, SAPV, Hausarzt, Pflegedienst und Versorgern von Schmerzpumpen.
     
  • Pflegeheim oder Hospiz: Wenn die Versorgung zuhause aus persönlichen, räumlichen oder anderen individuellen Gründen nicht möglich ist, dann planen wir die Entlassung in eine institutionelle Einrichtung. Voraussetzungen für die Aufnahme in ein Hospiz sind neben einer komplexen Symptomatik auch eine stark eingeschränkte Lebenszeitprognose (meist < 3 Monate).

Angebote der Palliativstation

Nicht-medikamentöse und medikamentöse Therapien spielen eine zentrale Rolle in der Palliativversorgung.

Offene Kommunikation

Uns ist eine offene und adressatengerechte Kommunikation am Lebensende wichtig. Wir lassen und viel Zeit und Raum für die wichtigen Gespräche in oft schweren und belastenden Situationen - nicht nur für die Patientin und den Patienten, sondern auch für die Zugehörigen. Sofern die Einwilligung des Betroffenen vorliegt, erhalten die Zugehörigen und die betreffenden Hausärzte umfassende Informationen. Alle Beteiligten werden eingeladen, die letzte Phase des Lebens aktiv mitzugestalten.

Darüber hinaus tauscht sich in wöchentlichen Sitzungen das gesamte Team über jede Patientin und jeden Patienten aus, denn jeder Akteur hat wertvolle Anregungen und Sichtweisen, die in das Behandlungskonzept mit einfließen sollen.

Einfühlsame Pflege

Menschen, die schwerstkrank sind, brauchen besonders sorgfältige und einfühlsame Pflege. Daher arbeiten in der Palliativeinheit (pro Schicht) mehr Pflegekräfte als in den anderen Bereichen der Onkologie. Zudem haben diese Pflegekräfte vielfach spezielle Fortbildungen in der Palliativpflege absolviert und sich ganz bewusst für diese Arbeit mit unheilbarkranken Menschen und Sterbenden entschieden.

Sie bringen viel Einfühlungsvermögen mit, gehen sehr behutsam mit den Menschen um und richten sich ganz nach deren speziellen Bedürfnissen. So werden beispielsweise Aromatherapien und Massagen eingesetzt, um den Patientinnen und Patienten ihre letzten Lebenswochen möglichst angenehm zu gestalten.

Medikamentöse Therapie

Unsere speziell ausgebildeten Ärztinnen und Ärzte sowie Palliativpflegekräfte verfügen über umfassende Erfahrung im Einsatz lindernder und hochwirksamer Medikamente zur Behandlung von Symptomen wie Schmerzen, Übelkeit, Atemnot oder Angst.

Ein Teil dieser Therapien erfolgt im sogenannten Off-Label-Use, das heißt außerhalb der formalen Zulassung. Diese Behandlungsweisen sind in der Palliativmedizin jedoch seit vielen Jahren etabliert, beruhen auf langjähriger klinischer Erfahrung und gelten als bewährte Praxis. Zudem fließen kontinuierlich neue wissenschaftliche Erkenntnisse und Studienergebnisse in unsere Therapiekonzepte ein, um eine bestmögliche und individuelle Symptomlinderung zu gewährleisten.

Physiotherapie und Atemtherapie

Wir helfen, Atemprobleme und Verspannungen zu begrenzen.

Regelmäßig kommen unsere Physiotherapeut*innen zu den Patientinnen und Patienten ans Bett und bewegen sie durch. So wird Verspannungen und Verkürzungen in den Gelenken vorgebaut.

Durch atemerleichternde Techniken können sie helfen, den Schleim aus der Lunge abzutransportieren. Bei manchen Patientinnen und Patienten gelingt es auch, sie durch Physiotherapie nochmals zu mobilisieren, so dass sie nicht den ganzen Tag im Bett verbringen müssen.

Psychologie, Seelsorge

Wir nehmen uns nicht nur des Körpers, sondern auch der Seele an. 

Schwerstkranke und sterbende Patientinnen und Patienten leiden nicht nur an ihren körperlichen Gebrechen, sondern auch an seelischen Nöten. Daher können sie Gespräche mit Seelsorgern aller Konfessionen, aber auch mit nicht religionsgebundenen Seelsorgern führen.

Auch unsere Psychologinnen können die Betroffenen und - was oft noch wichtiger ist - die Angehörigen auffangen, wenn Trauer und Ängste sie übermannen.

zum Angebot der Psychoonkologie

Unser Sozialdienst

Unsere Sozialdienst sowie Überleitungspflegekräfte können Sie unterstützen, wenn sie Fragen zu Kostenträgern oder Ihnen zustehende finanzielle Hilfeleistungen haben.

Wenn sich der Gesundheitszustand einer Patientin bzw. eines Patienten so gut stabilisiert, dass sie bzw. er nach Hause entlassen werden kann, unterstützen die Mitarbeitenden bei der Organisation der weiteren Versorgung durch eine ambulante Pflege oder bei der Suche nach Pflegeheimen.

Ehrenamtliche Helferinnen und Helfer

Ehrenamtliche Helfer schaffen eine besonders menschliche Atmosphäre.

Die Harlachinger Palliativstation bildet seit vielen Jahren selbst ehrenamtliche Hospizbegeleiter*innen aus, die auf der Station im Einsatz sind. Zusätzlich können wir zurückgreifen auf unsere ehrenamtlichen „Grünen Damen“, die den Patientinnen und Patienten kleine Besorgungen abnehmen. Am Standort Neuperlach unterstützen auch die Helfenden des Hospizvereins Ramersdorf/Perlach.

Die Hospizhelfer kommen zu den Patientinnen und Patienten, kümmern sich oft um die Zubereitung von (Wunsch-)Kost, sind da, wenn sie Gesprächsbedarf haben, lesen vielleicht etwas vor oder halten einfach nur die Hand. Damit schenken sie den schwerstkranken Menschen wertvolle Momente.

Unsere Kooperationspartner

  • Die München Kliniken
  • Die Münchener SAPV-Team und des Umlandes
  • Die Hospizvereine der Stadt und des Umlandes
  • Die Münchener Hospize des Umlandes
  • Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) und Landesverband Bayern der DGP
  • Hospiz- und Palliativnetzwerk München

Anmeldung und Aufnahme auf der Palliativstation Harlaching

Anmeldung

Für die Aufnahme muss die Notwendigkeit einer stationären Krankenhausbehandlung vorliegen. Eine Anfrage stellen können Patientinnen und Patienten selbst, aber auch ihre Angehörigen, weitere nahe stehende Menschen im Auftrag der Betroffenen, Hospiz- und Palliativdienste, Hausärzte oder Ärzte aus anderen Kliniken.

Kontakt zur Palliativstation:

München Klinik Harlaching
Sanatoriumsplatz 2, 81545 München
Telefon: (089) 6210-2849
Telefax: (089) 6210-2851

Online: E-Mail-Anfrage an uns

Wissenswertes zur Aufnahme auf der Palliativstation

Bei freier Kapazität wird die bzw. der Betroffene oder die Anfragestellerin bzw. der Anfragesteller telefonisch über den nächstmöglichen Aufnahmezeitpunkt informiert; kurzfristig, meist am Folgetag oder in der laufenden Woche. Ein Krankentransport mit Transportschein (wenn nötig) sowie der Einweisungsschein müssen vom Hausarzt organisiert werden. Die Direktverlegung aus einem anderen Krankenhaus wird durch den behandelnden Krankenhausarzt organisiert.

Mitzubringen sind:

  • Krankenkassenkarte
  • Wenn möglich/wenn schon vorhanden: Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht
  • Wenn gewünscht: persönliche Gegenstände zum Wohlfühlen

Ihre Spende für die Palliativstation

Sie können unsere Palliativstation über den Förderverein Palliativstation Harlaching oder über spezifische Spendenprojekte der München Klinik wie z.B. für die palliative Atemtherapie unterstützen:

Förderverein Palliativstation Harlaching e.V
Spendenkonto: IBAN: DE11 7019 0000 0001 5522 44

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