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Schilddrüsenkrebs

Schilddrüsenkrebs gehört zu den eher seltenen Tumorerkrankungen. In Deutschland erkranken pro Jahr rund 6000 Menschen an einem Schilddrüsenkarzinom. Frauen sind von diesem Krebs häufiger betroffen als Männer. Das durchschnittliche Erkrankungsalter an Schilddrüsenkrebs liegt zwischen 50 und 60 Jahren.

Die gute Nachricht: Viele Formen des Schilddrüsenkrebses lassen sich heute sehr gut behandeln, vor allem wenn sie früh erkannt und in einem spezialisierten Schilddrüsenzentrum operiert werden. Die München Klinik bietet Ihnen mit den Schilddrüsenzentren in Bogenhausen und Schwabing eine interdisziplinäre Rundumversorgung von der Diagnostik bis zur Nachsorge.

ICD-10

C73 – Bösartige Neubildung der Schilddrüse

ICD-11 (neue Codierung)

2D10.4 Medulläres Schilddrüsenkarzinom

2D10.3 Anaplastisches Schilddrüsenkarzinom

Symptome. Wie äußert sich Schilddrüsenkrebs?

Viele Betroffene haben zunächst keine Beschwerden. Symptome treten häufig erst auf, wenn der Tumor größer ist oder umliegende Strukturen verdrängt.

Das sind mögliche Anzeichen von Schilddrüsenkrebs:

  • tastbarer oder sichtbarer Knoten am Hals oder eine einseitige Halsverdickung
  • vergrößerte oder harte Lymphknoten am Hals
  • Druck- oder Engegefühl im Hals
  • Schluckbeschwerden (Gefühl, „einen Kloß im Hals“ zu haben)
  • Atemnot, besonders im Liegen, wenn die vergrößerte Schilddrüse auf die Luftröhre drückt
  • Heiserkeit oder Stimmveränderungen, wenn der Stimmbandnerv (Nervus recurrens) beeinträchtigt ist

Wichtig: Schilddrüsenknoten sind in der großen Mehrzahl gutartig, weniger als 10 % erweisen sich als bösartig. Dennoch sollten neue oder wachsende Knoten immer fachärztlich abgeklärt werden.

Ursachen. Was verursacht Schilddrüsenkrebs?

Die genauen Ursachen von Schilddrüsenkrebs sind nicht vollständig geklärt. Es gibt jedoch einige Einflussfaktoren:

  • Jodmangel
  • Ionisierende Strahlung, z.B. frühere Bestrahlungen im Halsbereich
  • Genetische Faktoren, z.B. vererbbare Genveränderungen (RET‑Mutationen)
  • Vorerkrankungen der Schilddrüse: z.B. lange bestehende Struma oder gutartige Adenome, insbesondere bei zusätzlicher Strahlenbelastung

Frauen erkranken doppelt so häufig an Schilddrüsenkrebs

Mehr als doppelt so viele Frauen wie Männer erhalten in Deutschland die Diagnose Schilddrüsenkrebs. Diskutiert werden einige Faktoren, die der Grund für das häufigere Auftreten sein könnten:

  • Hormonelle Einflüsse (Östrogene)
  • Autoimmunerkrankungen: Hashimoto-Thyreoiditis und Morbus Basedow treten deutlich häufiger bei Frauen auf

Diagnose. Wie wird Schilddrüsenkrebs abgeklärt?

In den Schilddrüsenzentren der München Klinik erfolgt ein zügige Abklärung von Schilddrüsenerkrankungen in mehreren Schritten:

  1. Anamnese & körperliche Untersuchung
    • gezielte Befragung nach Beschwerden, Vorerkrankungen und familiärer Belastung
    • Abtasten von Schilddrüse und Halslymphknoten
  2. Laboruntersuchungen
    • Schilddrüsenhormone (TSH, fT3, fT4)
    • ggf. Tumormarker (z. B. Calcitonin beim medullären Karzinom)
  3. Hals-Ultraschall (Sonografie)
    • Beurteilung von Größe, Struktur und Knoten in der Schilddrüse
    • Beurteilung von Halslymphknoten
  4. Schilddrüsen-Szintigraphie
    • nuklearmedizinische Untersuchung mit schwach radioaktiver Substanz
    • Unterscheidung von „heißen“ Knoten (hormonaktiv) und „kalten“ Knoten (stoffwechsel-inaktiv)
    • kalte Knoten tragen ein höheres Risiko, bösartig zu sein.
  5. Feinnadelpunktion / Biopsie
    • Ultraschall-gesteuerte Feinnadelbiopsie zur zytologischen Abklärung suspekter Knoten
  6. Bildgebung bei fortgeschrittener Erkrankung
    • CT/MRT oder PET-CT bei Verdacht auf Lymphknoten- oder Fernmetastasen

Therapie. Wie wird Schilddrüsenkrebs behandelt?

Die Behandlung von Schilddrüsenkrebs baut auf mehreren Bausteinen auf. Zentrale Säule ist immer die OP, ergänzt – je nach Tumorart und -stadium – um Radiojodtherapie, Hormontherapie und bei speziellen Situationen zielgerichtete oder systemische Therapien.

1. Operation. Entfernung des Schlddrüsenkrebses

Beim differenzierten Schilddrüsenkarzinom (papillär, follikulär) ist die vollständige Entfernung der Schilddrüse (Totalthyreoidektomie) häufig der wichtigste Schritt, oft verbunden mit der Entfernung von Lymphknoten (Lymphknotendissektion) im Halsbereich.

Im Schilddrüsenzentrum an unserem Standort Bogenhausen werden Schilddrüsen-Operationen in der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Endokrine Chirurgie mit besonderem Fokus auf Sicherheit und Schonung durchgeführt:

  • Einsatz von Lupenbrille und schonenden, möglichst kurzen Schnitten (minimal-invasive Techniken)
  • Intraoperative Darstellung und elektronisches Neuromonitoring des Stimmbandnerven, um dessen Funktion zu überwachen und zu schützen
  • Schonung der Nebenschilddrüsen, um den Kalziumstoffwechsel zu erhalten
  • Intraoperative Schnellschnitt-Diagnostik durch Pathologen: Gewebe wird noch während der OP untersucht, um das Ausmaß der Operation optimal festzulegen
  • sehr gute kosmetische Ergebnisse durch feine Schnitte im Halsbereich

2. Radiojodtherapie

Nach einer Operation beim differenzierten Schilddrüsenkrebs kann eine Radiojodtherapie folgen. Dabei werden radioaktive Jodkapseln verabreicht, die verbliebene Schilddrüsenzellen bzw. Tumorreste gezielt zerstören.

In unserem Schwabinger Schilddrüsenzentrum führen wir die Nachsorge bei differenziertem Schilddrüsenkarzinom inklusive Radiojod-Ganzkörperszintigraphie durch. Ein besonderer Vorteil: Die Nachsorge kann dank exogener TSH-Stimulation mit rekombinantem TSH (Thyrogen®) ohne wochenlange Unterbrechung der Schilddrüsenhormon-Einnahme erfolgen.

3. Schilddrüsenhormon-Ersatz und TSH-Suppression

Nach vollständiger Entfernung der Schilddrüse ist der Körper nicht mehr in der Lage, Schilddrüsenhormone selbst zu produzieren. Die fehlenden Hormone werden daher dauerhaft als Tabletten ersetzt (L‑Thyroxin).
Zudem wird häufig eine TSH-suppressive Einstellung angestrebt, um ein Wiederwachstum von Tumorresten zu verhindern.

4. Systemische, zielgerichtete und weitere Therapien

Bei bestimmten, fortgeschrittenen oder aggressiven Formen (z. B. anaplastisches oder radiojodrefraktäres Karzinom) kommen zielgerichtete Medikamente (Tyrosinkinasehemmer) oder andere systemische Therapien zum Einsatz.

Was ist die beste Klinik für Schilddrüsenkrebs?

Warum ist die München Klinik mit seinen Schilddrüsenzentren in Bogenhausen und Schwabing die beste Klinik für Schilddrüsenkrebs?

Die München Klinik gGmbH vereint zertifizierte onkologische Kompetenz, spezialisierte endokrine Chirurgie und ein integriertes Schilddrüsenzentrum – ideale Voraussetzungen für eine leitliniengerechte, sichere und zugleich menschlich zugewandte Behandlung von Schilddrüsenkrebs.

Folgende besondere Angebote und Alleinstellungsmerkmale zeichnen die München Klinik aus:

  • Zertifiziertes Zentrum für Schilddrüsenkrebs in Bogenhausen
  • Interdisziplinäres Schwabinger Schilddrüsenzentrum
    fächerübergreifende Rundumversorgung (Endokrinologie, Nuklearmedizin, endokrine Chirurgie) mit kompletter diagnostischer und therapeutischer Palette – einschließlich Risiko- und Problempatienten.
  • Spezielle Schilddrüsensprechstunde (ISS)
    für Rezidive, große Knotenstrumen, Schilddrüsenerkrankungen in der Schwangerschaft, multimorbide und hochbetagte Patientinnen und Patienten.
  • Hochspezialisierte endokrine Chirurgie in Bogenhausen
    minimal-invasive Schilddrüsen-OPs mit Neuromonitoring des Stimmbandnerven, intraoperativem Schnellschnitt und schonender Technik, auch bei komplexen Schilddrüsenkrebs-Operationen.
  • Große onkologische Erfahrung und hohe Fallzahlen
  • Moderne Nachsorge mit Radiojod-Ganzkörperszintigraphie ohne Hormonpause
    durch Einsatz von rekombinantem TSH (Thyrogen®) im Schwabinger Schilddrüsenzentrum.

Beratungstermine erhalten Sie direkt in unseren Fachabteilungen

Sie erreichen uns telefonisch werktags 08:00 - 16:00 Uhr - oder jederzeit per Kontaktformular.

München Klinik Bogenhausen

Sekretariat, Allgemeines Schilddrüsenzentrum: (089) 9270-2111
Sekretariat, Allgemeines Schilddrüsen-OP (Endokrine Chirurgie): (089) 9270-2011

Online: Termine & Anfragen ans SchilddrüsenzentrumOnline: Termine & Anfragen für Schilddrüsen-OP (endokrine Chirurgie)

München Klinik Schwabing

Schilddrüsenzentrum Sekretariat, Allgemeines: (089) 3068-3430/ -7230 

Online: Termine & Anfragen ans Schilddrüsenzentrum

Unsere Spezialistinnen & Spezialisten für Sie

Prof. Dr. med. Ayman
Chefarzt, Stv. Leitung der Darmkrebs- & Pankreaskarzinomzentren
Prof. Dr. med. Ayman Agha
Prof. Dr. med. Natascha C.
Chefärztin (Allgemeinchirurgie, Viszeralchirurgie)
Prof. Dr. med. Natascha C. Nüssler
Frau Patricia
Geschäftsführende Oberärztin
Frau Patricia Roth
Dr. med. Amra
Leitende Oberärztin
Dr. med. Amra Cuk

Verlauf und Prognose bei Schilddrüsenkrebs

Der Krankheitsverlauf hängt stark von der Tumorart und dem Stadium zum Diagnosezeitpunkt ab. Je früher der Tumor entdeckt und in einem erfahrenen Zentrum leitliniengerecht behandelt wird, desto besser sind die Heilungs- und Überlebenschancen.

  • Das papilläre und follikuläre (differenzierte) Schilddrüsenkarzinom wächst meist langsam, bleibt lange auf die Schilddrüse begrenzt und hat – bei adäquater Operation und Radiojodtherapie – exzellente Heilungsraten.
  • Das medulläre Karzinom ist seltener (ca. 5–10 % der Schilddrüsenkarzinome) und erfordert eine spezialisierte Diagnostik und Therapie, häufig inklusive genetischer Beratung.
  • Das anaplastische Karzinom ist sehr selten, wächst aber ausgesprochen schnell und aggressiv; die Prognose ist deutlich ungünstiger.

Lebenserwartung

Für die häufigsten Formen des Schilddrüsenkrebses (papillär und follikulär) ist die Prognose in frühen Stadien sehr gut; in vielen Fällen ist eine dauerhafte Heilung möglich.

Bei kleinen, lokal begrenzten, differenzierten Karzinomen liegt die Langzeitüberlebensrate in internationalen Studien deutlich über der vieler anderer solider Tumoren, während anaplastische Karzinome dagegen trotz intensiver Therapie häufig eine deutlich begrenzte mittlere Überlebenszeit haben.

FAQ: Häufig gestellte Fragen zu Schilddrüsenkrebs

Hormon- & Stoffwechselstörungen im Überblick