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Hormone, Stoffwechsel, Infektionen, Haut, Hals-Nase-Ohren

Neuroendokrine Tumore (NET)

Neuroendokrine Tumore (NET) sind gut- oder bösartige Tumore, die vor allem im Magen-Darm-Trakt, der Lunge und in der Bauchspeicheldrüse vorkommen. Sie treten sehr selten auf und bestehen, wie aus dem Namen hervorgeht, aus speziellen Zellen, die sowohl Eigenschaften des Nervensystems als auch des Hormonsystems besitzen.  Neuroendokrine Tumore sind selten, aber behandelbar. Die Prognose ist häufig besser als bei vielen anderen Krebsarten – insbesondere bei frühzeitiger Diagnose und spezialisierter Therapie. Entscheidend sind eine frühe Abklärung unklarer Symptome, die Behandlung in spezialisierten Zentren und eine individuelle, interdisziplinäre Therapieplanung, die Sie in der München Klinik finden. Dank moderner Medizin können viele Betroffene heute über viele Jahre mit guter Lebensqualität leben.

ICD-10

  • C7A.- Neuroendokrine Tumoren
  • C7B.- Sekundäre neuroendokrine Tumoren (Metastasen)
  • C25.4 Endokrine Neubildung des Pankreas
  • D3A.- Gutartige neuroendokrine Tumoren

ICD-11 (neue Codierung)

  • 2C80–2C8Z Neuroendokrine Neoplasien
  • 2C81 Gut differenzierte neuroendokrine Tumoren
  • 2C82 Neuroendokrine Karzinome

Häufige Symptome neuroendokriner Tumore

Viele Betroffene haben anfangs unspezifische Beschwerden – deshalb wird die Erkrankung oft erst spät erkannt. Zudem spielen auch Lage, Größe und Hormonproduktion eine Rolle.

Unabhängig vom Ursprungsort haben Betroffene häufig folgende Beschwerden:

  • Bauchschmerzen
  • Durchfall
  • Gewichtsverlust
  • Müdigkeit und Leistungsabfall
  • Appetitlosigkeit
  • Übelkeit oder Völlegefühl

Hormonbedingte Symptome

Es gibt neuroendokrine Tumore, die aktiv Hormone produzieren. Das trifft auf Tumore des Dünndarms oder Lebermetastasen zu. Besonders bekannt ist das sogenannte Karzinoid-Syndrom.

Typische Beschwerden sind:

  • Plötzliche Hautrötung („Flush“) im Gesicht und Oberkörper
  • Anfallsartiger Durchfall
  • Herzklopfen
  • Asthmaähnliche Atemnot
  • Blutdruckschwankungen

 

Symptome nach Organe

Hauptsymptome je nachdem, in welchen Organen die Tumore auftreten:

NET im Magen-Darm-Trakt

  • Bauchschmerzen
  • Darmveränderungen (Durchfall oder Verstopfung)
  • Blut im Stuhl (selten)

NET der Bauchspeicheldrüse

  • Oberbauchschmerzen
  • Unterzuckerungen (bei Insulinom)
  • Magengeschwüre (bei Gastrinom)

NET der Lunge

  • Chronischer Husten
  • Atemnot
  • Wiederkehrende Lungenentzündungen
2-4Fälle

In Deutschland werden etwa 2–4 neue Fälle pro 100.000 Einwohner pro Jahr diagnostiziert.

~ 60Jahre

Patienten, die an neuroendokrinen Tumoren erkranken, sind meist über 60 Jahre alt.

65Prozent

der NETs entstehen im Gastrointestinaltrakt, 25 % in der Lunge, 10 % in der Bauchspeicheldrüse.

Was kann NETs verursachen?

Was genau neuroendokrine Tumore verusacht ist noch nicht bekannt. Man weiß, dass NETs durch genetische Veränderungen in neuroendokrinen Zellen entstehen, die zu unkontrolliertem Wachstum führen. Allerdings können bestimmte genetische Syndrome die Entstehung begünstigen:

  • Multiple endokrine Neoplasie Typ 1 (MEN1)
  • Von-Hippel-Lindau-Syndrom

 

Wie wird ein neuroendokriner Tumor diagnostiziert?

In den meisten Fällen bleibt die Erkrankung lange unentdeckt. Viele werden als Zufallsbefund entdeckt, etwa bei einer Magenspiegelung, die aus einem anderen Grund durchgeführt wurde.

In der München Klinik kommen wir neuroendokrinen Tumoren mit gezielten Untersuchungsmethoden auf die Spur. Wir setzen moderne Ultraschallgeräte ein, die uns hochauflösende Bilder liefern. Zudem führen wir spezielle Ultraschall-Untersuchungen mit Kontrastmitteln durch.

Eine wichtige Rolle bei der Untersuchung – und auch der Therapie – neuroendokriner Tumore spielen die endoskopischen Verfahren wieMagen- oder Darmspiegelungen, bei denen wir uns sehr spezifisches Wissen und Techniken angeeignet haben. Beispielsweise können wir frühe neuroendokrine Tumore, die noch nicht zu tief in die Wand des jeweiligen Magen- oder Darmabschnitts eingedrungen sind, endoskopisch abtragen. 

Folgende Untersuchungsmethoden führen wir durch:

  • Laboruntersuchungen
    • Chromogranin A (Tumormarker)
    • 5-HIAA im Urin (bei Karzinoid-Syndrom)
  • Bildgebung
    • Ultraschall CT (Computertomographie)
    • MRT
    • PET-CT mit Somatostatin-Rezeptor-Darstellung
  • Endoskopie
    • Magen- oder Darmspiegelung
    • Endosonographie
  • Biopsie
    • Die feingewebliche Untersuchung ist entscheidend für:
      • Tumorgrad (G1, G2, G3)
      • Differenzierung
      • Proliferationsrate (Ki-67-Index)

Wie werden neuroendokrine Tumore behandelt?

Wie der Tumor behandelt wird, richtet sich nach Lokalisation, Größe, Hormonaktivität, Metastasen und Grading. In vielen Fällen ist eine Operation, bei der der Tumor und gegebenenfalls auch die bereits vorhandenen Metastasen entfernt werden, diebeste heilende Therapie

Der Tumor muss in der Regel mit ausreichendem Sicherheitsabstand zum gesunden Gewebe entnommen werden, so dass meist ein Stück des Darms, des Magens oder der Bauchspeicheldrüse und auch umgebende Lymphknoten herausoperiert werden.

Weitere Therapiemöglichkeiten

  • Medikamentöse Therapie
    Vor allem, wenn der Tumor oder die Metastasen nicht oder nur teilweise operativ entfernt werden konnten, können medikamentöse Therapien das Krebswachstum eindämmen und die Symptome lindern:
    • Somatostatin-Analoga (z.B. Octreotid)
    • Chemotherapie bei aggressiven Formen
  • PRRT (Peptid-Rezeptor-Radionuklid-Therapie)
    Eine spezielle nuklearmedizinische Therapie bei metastasierten NET
  • Radiofrequenzablation (RFA)
    Bei der Entfernenung von vor allem Lebermetastasen wenden wir die Radiofrequenzablation (RFA) an

Verlauf und Prognose der Erkrankung

Neuroendokrine Tumore wachsen häufig langsam. Viele Patienten leben über viele Jahre mit der Erkrankung. Die Prognose hängt von verschiedenen Faktoren ab:

  • Grading (Gut differenzierte NET (G1) haben oft eine deutlich bessere Prognose als hochgradige neuroendokrine Karzinome (G3)
  • Stadium bei Therapie
  • Vorliegen von Metastasen
  • Ansprechen auf Therapie

Lebenserwartung

Durch moderne Therapieverfahren hat sich die Prognose in den letzten 15 Jahren deutlich verbessert.  Gut differenzierte NET (G1) können über viele Jahre stabil bleiben. Aggressive neuroendokrine Karzinome haben hingegen eine deutlich schlechtere Prognose. Selbst bei Lebermetastasen kann durch moderne Therapien oft eine langjährige Krankheitskontrolle erreicht

Bei lokalisierten, gut differenzierten NET liegt die 5-Jahres-Überlebensrate bei über 80–90 %.

Was ist die beste Klinik für neuroendokrine Tumore?

Die beste Klinik zur Behandlung neuroendokriner Tumore sollte folgende Kriterien erfüllen:

  • Zertifiziertes onkologisches Zentrum
  • Interdisziplinäres Tumorboard (Chirurgie, Onkologie, Gastroenterologie, Endokrinologie, Radiologie, Nuklearmedizin)
  • Erfahrung mit PRRT
  • Hohe Fallzahlen
  • Zugang zu modernen molekularen Diagnostikverfahren
  • Teilnahme an Studien
  • Psychoonkologische Betreuung
  • Individuelle Therapieplanung

Bei seltenen Erkrankungen wie NET ist Spezialisierung entscheidend für Prognose und Lebensqualität.

Erste Wahl: München Klinik Neuperlach

Die München Klinik Neuperlach ist ein hochspezialisiertes Abdominalzentrum, in dem die Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie, die Klinik für Allgemein‑ und Viszeralchirurgie sowie Koloproktologie und die Klinik für Hämatologie und Onkologie eng vernetzt zusammenarbeiten. Patient*innen mit neuroendokrinen Tumoren des Verdauungstraktes – etwa im Dünndarm, Dickdarm, Magen oder an der Bauchspeicheldrüse – profitieren hier von einer strukturierten Abklärung, individuellen Therapieplanung und einer langfristigen Betreuung aus einer Hand.

Ob endoskopische Abtragung eines Frühstadiums, große Operation an Darm oder Pankreas, Behandlung von Lebermetastasen oder spezialisierte medikamentöse und nuklearmedizinische Verfahren: In Neuperlach stehen alle wichtigen diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten für neuroendokrine Tumoren zur Verfügung – eingebettet in ein starkes Netzwerk mit Endokrinologie, Radiologie, Nuklearmedizin und Strahlentherapie.

Kontakt für Patientinnen & Patienten

Eine Kontaktaufnahme ist ebenfalls möglich – jedoch benötigen wir für eine Terminvereinbarung zwingend:

  • Alle relevanten Vorbefunde und Untersuchungsergebnisse
  • Einen gültigen Einweisungsschein, der zum Termin mitzubringen ist

Telefonisch oder per Fax:
089/6794-2311
089/6794-2505

Bitte beachten Sie: wir beantworten nur Anfragen mit vollständigen Unterlagen, siehe oben.

Online: Termine & Anfragen an uns

Expertise der München Klinik Neuperlach

  • Hohe Spezialisierung auf seltene neuroendokrine Tumore
    In Neuperlach werden Patientinnen mit einem Verdacht auf neuroendokrine Tumoren des Verdauungstraktes gezielt betreut – von der ersten Abklärung bis zur Langzeitnachsorge. Trotz der Seltenheit (nur ca. 2.000 Fälle pro Jahr in Deutschland) verfügen unsere Expertinnen über große Erfahrung in Diagnostik und Therapie dieser Erkrankungen. Unsere Ärzt*innen aus Neuperlach sind in der FOCUS‑Ärzteliste und mit dem stern‑Siegel ausgezeichnet.

  • Zertifizierte Spitzenzentren
    In Neuperlach bündeln ein von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifiziertes viszeralonkologisches Zentrum sowie das größte zertifizierte Darmkrebszentrum Deutschlands, ein zertifiziertes Pankreaskarzinomzentrum, ein zertifiziertes Abdominalzentrum, ein DGAV‑zertifizierte Kompetenz‑ und Referenzzentren für Koloproktologie und ein zertifiziertes Analkrebszentrum ihre Expertise - ein entscheidender Vorteil bei neuroendokrinen Tumoren im Bereich Darm und Pankreas.

  • Schnelle, differenzierte Diagnostik mit modernster Bildgebung
    Wir kombinieren hochauflösende Ultraschallgeräte, Kontrastmittel‑Ultraschall, Magen‑ und Darmspiegelungen, endoskopischen Ultraschall sowie CT/MRT, Szintigraphie und – bei Verdacht auf Metastasen – PET‑CT (z. B. in enger Kooperation mit unserer Schwesterklinik Bogenhausen). 

  • Interdisziplinäres NET‑Board mit allen relevanten Fachdisziplinen
    Fortgeschrittene Stadien werden in einer spezialisierten Tumorkonferenz besprochen, an der alle Fachdiszipline teilnehmen. So entsteht für jeden Patient*in ein individuell abgestimmtes Behandlungskonzept.

  • Breites Therapiespektrum von Operation bis Systemtherapie
    Je nach Ausbreitung kommen in Neuperlach alle etablierten Therapieformen zum Einsatz: Operationen, Radiofrequenzablation, PRRT usw.

  • Forschung, Registerbeteiligung und Zugang zu neuen Therapiekonzepten
    Die München Klinik Neuperlach beteiligt sich am deutschen Register für neuroendokrine Tumoren unter Leitung der Charité in Berlin und nimmt an Studien teil. So fließen aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse direkt in den klinischen Alltag ein, und geeignete Patient*innen können von innovativen Therapieansätzen profitieren.

  • Langfristige, ganzheitliche Begleitung inklusive Psychoonkologie und Sozialdienst
    Da viele NET eher langsam wachsen, betreuen wir unsere Patient*innen oft über viele Jahre: mit engmaschigen Kontrollen, bei Bedarf lindernden endoskopischen Eingriffen, psychoonkologischer Unterstützung und Hilfe durch den Sozialdienst bei Reha‑Planung und sozialrechtlichen Fragen. Ziel ist eine möglichst gute Lebensqualität trotz chronischer Krebserkrankung.

Ebenso eine exzellente Adresse: Die München Klinik Bogenhausen

Die München Klinik Bogenhausen ist ein Haus der Maximalversorgung mit einem leistungsstarken Abdominalzentrum, in dem die Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie sowie die Klinik für Allgemein-, Viszeral- und endokrine Chirurgie eng vernetzt zusammenarbeiten. Hier werden komplexe Erkrankungen von Magen, Darm, Leber, Pankreas und Speiseröhre auf höchstem Niveau behandelt – insbesondere auch Tumorerkrankungen des Verdauungssystems.

Für Patient*innen mit neuroendokrinen Tumoren, bei denen zusätzliche chirurgische Eingriffe oder kombinierte Therapiekonzepte im Bauchraum erforderlich sind, bietet Bogenhausen eine optimal aufgestellte, interdisziplinäre Umgebung – von der hochspezialisierten Endoskopie bis zur minimal-invasiven Tumorchirurgie

Unsere Expertise

  • Etabliertes Abdominalzentrum mit enger Vernetzung
    Die Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie sowie Allgemein-, Viszeral- und endokrine Chirurgie arbeiten strukturiert zusammen und sind auf die Versorgung komplexer viszeralmedizinischer Patient*innen spezialisiert.

  • Zertifizierte onkologische Expertise bei Tumoren des Verdauungstrakts
    Die Gastroenterologie ist Teil des von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifizierten Onkologischen Zentrums.  Zudem stehen in Bogenhausen mehrere DKG-zertifizierte Organzentren zur Verfügung.

  • Minimal-invasive Chirurgie aller Organe des Bauchraums und Roboter-Chirurgie
    Die Klinik für Allgemein-, Viszeral- und endokrine Chirurgie ist auf minimal-invasive Operationen aller Bauchorgane spezialisiert. Dank Roboter-Chirurgie können nun komplexe Tumoroperationen mit höchster Präzision durchgeführt werden.

  • Ausgezeichnete Qualität und hohe Anerkennung
    Die Fachkliniken des Abdominalzentrums sind seit vielen Jahren in der FOCUS-Ärzteliste Krebs sowie in der FOCUS-Klinikliste als TOP Nationales Krankenhaus im Bereich Darmkrebs und Gallenblase vertreten – ein Hinweis auf die konstant hohe Behandlungsqualität.

Ihr Kontakt zu unserer Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie Bogenhausen

Bitte vereinbaren Sie alle Termine über unser Online-Formular; in dringenden Fällen (089) 9270-2244

Weitere Kontakte

Sekretariat: (089) 9270-2061
Stationäre Aufnahme: (089) 9270-2244

Onkologische Tagesklinik: (089) 9270-2857
Vorstationäre Sprechstunden: (089) 9270-2244
Sprechstunden für Privatpatienten: (089) 9270-2061

Alle Kontakte und Sprechstunden siehe hier

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Zur Entlastung unserer Sekretariate (und außerhalb der Bürozeiten) nutzen Sie bitte auch unseren Online-Fragebogen. Das Formular hilft uns den für Sie geeigneten Ansprechpartner gezielt auszuwählen. Wir melden uns umgehend bei Ihnen.

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Unsere Spezialistinnen & Spezialisten für Sie

Prof. Dr. med. Ayman
Chefarzt, Stv. Leitung der Darmkrebs- & Pankreaskarzinomzentren
Prof. Dr. med. Ayman Agha
Prof. Dr. med. Natascha C.
Chefärztin (Allgemeinchirurgie, Viszeralchirurgie)
Prof. Dr. med. Natascha C. Nüssler
Frau Patricia
Geschäftsführende Oberärztin
Frau Patricia Roth

Hormon- & Stoffwechselsörungen im Überblick