Brustkrebs: Eigentlich geht es mir wieder gut.

Eigentlich geht es mir wieder gut

Ich konnte nur gewinnen: Mein Kampf gegen den Brustkrebs

Marlen Moog war 32 Jahre alt, als bei ihr Brustkrebs diagnostiziert wurde. Sie hätte nie geglaubt, dass sie in ihrem Alter daran erkranken würde. Ein Erfahrungsbericht einer Kämpferin.

Ich und Brustkrebs? Nie im Leben

Als meine Frauenärztin bei einer Routine-Untersuchung einen Knoten entdeckt hat, war ich sicher, dass das nur eine Sportverletzung sein kann. Selbst als die Radiologin bei der Mammographie meinte, dass das Bild nicht gut aussehen würde, glaubte ich immer noch:

Alles halb so wild, da wird schon nichts sein. Vielleicht eine Verdickung. Erst als ich den Befund der Biopsie bekam, habe ich verstanden: Ich habe Brustkrebs. Es ist wirklich bösartig.

Ok, ein Jahr und dann habe ich es hinter mir. Von wegen ...

Am Anfang dachte ich noch: Okay, das wird jetzt ein hartes Jahr, aber dann habe ich es hinter mir. Aber es kommt immer auf den Krebs an. Und woran ich gar nicht gedacht hatte und was mir den nächsten Schock einbrachte war, als die Ärztin mich auf das Thema „Kinderwunsch“ ansprach.

Mir war nicht klar, dass das für die Zukunft ein Problem sein könnte. Jetzt musste ich plötzlich innerhalb von ein oder zwei Tagen eine weitreichende Entscheidung für meine Zukunft treffen – nämlich, ob ich später einmal Kinder bekommen möchte oder nicht.

Diese Entscheidung in so kurzer Zeit zu treffen, war hart, zumal ich quasi ununterbrochen von einer Untersuchung zur nächsten gerannt bin und kaum Zeit hatte, darüber nachzudenken.

Im Kinderwunschzentrum wurde mir empfohlen, Gewebe von den Eierstöcken entfernen und einfrieren zu lassen. Das habe ich machen lassen und kann es mir nach Abschluss der Behandlung wiedereinsetzen lassen und damit die Produktion von Eizellen ankurbeln. Die Operation hat knapp 4.000 Euro gekostet und es war lange nicht klar, ob ich das Geld von der Krankenkasse zurück bekommen würde.

Mir fiel es schwer, darüber zu sprechen

Meine Familie habe ich erst eingeweiht, als die Diagnose feststand. Mir war klar, dass sich meine Mutter große Sorgen machen würde – und das wollte ich ihr so lange wie möglich ersparen. Das Schlimme war nicht so sehr, dass die Leute von meiner Erkrankung wussten, mir war es nur so unangenehm, es ihnen mitteilen zu müssen. Normalerweise mache ich solche Sachen mit mir selbst aus.

Aber nach und nach hat es sich natürlich herumgesprochen, und ich habe sehr viel Unterstützung erfahren. Auch in meinem Job: Ich arbeite als Erzieherin in einem Hort für Grundschulkinder. Deren Eltern haben wir früh informiert, und die haben es dann ihren Kindern erzählt. Wenn ich zu Besuch in den Hort gekommen bin, konnte ich ganz offen mit ihnen darüber sprechen. Erstaunlich war, wie gut die Kinder sich mit dem Thema auskannten.

Am Anfang fiel es ihr schwer, sich die Erkrankung einzugestehen.

Die Therapie beginnt.

Ich fühlte mich so kraftlos wie noch nie im Leben

Ich hatte zwei Chemoblöcke, bei denen mir alle drei Wochen in der Klinik eine Infusion verabreicht wurde. Anfangs waren die Nebenwirkungen heftig.  Mir war so übel, dass ich die halbe Nacht über der Toilette hing.

Mein Partner hat mich trotzdem regelmäßig in den Park mitgenommen, wo ich mich nur von Parkbank zu Parkbank geschleppt habe. Mein Körper war kraftlos, ein Gefühl, dass ich nicht kannte. Eigentlich bin ich sportlich, deshalb hat mich diese Kraftlosigkeit besonders runtergezogen. Zudem wurde ich sehr geruchsempfindlich und viele Mahlzeiten haben mir plötzlich nicht mehr geschmeckt.

Auf dieser Bank hat sie oft Kraft getankt. Einmal teilte sie ihrem Freund mit, dass sie sich bei dem Spender bedanken möchte. Er saß zufällig neben ihnen.

Ich trat mir selbst in den Hintern - und es gab mir Kraft

Zum Glück gab es zwischen den einzelnen Chemobehandlungen Pausen von drei Wochen, in denen ich mich erholen konnte. In der Zeit bin ich häufig zum Schwimmen gegangen, obwohl das wegen der Ansteckungsgefahr nicht gerade empfohlen wird. Aber die Bewegung und die Schwerelosigkeit im Wasser haben mir sehr geholfen.

Sobald es mir besser ging, meist so in der zweiten oder dritten Woche, bin ich Joggen und sogar zum Bergsteigen gegangen. Ich musste mich zwar aufraffen, aber es hat mir so viel gegeben, die Aussicht zu genießen und auf dem Gipfel meine Brotzeit zu essen – auch wenn die Gipfel nicht so hoch waren, wie sonst. Ich glaube, dass mein Körper auch dadurch so gut durch die Behandlung gekommen ist.

In den Chemopausen ging sie gerne zum Wandern.

Die Chemo hat gewirkt

Nach der zweiten Chemo gab es eine Pause von fünf Wochen, dann folgte die OP, bei der der Tumor entfernt werden sollte. Nach der OP hat mir die Ärztin die gute Nachricht mitgeteilt: Durch die Chemo sind alle Tumorzellen zerstört worden, ein Ergebnis, das sie im Krankenhaus nicht oft erleben.

In der Operation wurde nur noch die Hülle des Tumors herausgeschnitten. Anschließend musste ich noch sechs Wochen lang zur Bestrahlung. Die Haut hat zwar Schaden genommen, aber das regeneriert sich wieder.

Ich hatte eine Heilungschance von über 100%

Nach meiner Rechnung

Ich habe immer fest damit gerechnet, dass es gut ausgeht. Ich hatte mir die Zahlen angeschaut und eine eigene Rechnung aufgemacht: Eine Brustkrebserkrankung ist in 80 Prozent der Fälle heilbar. Wenn man eine positive Einstellung und gute soziale Einbindung hat, steigen die Chancen noch mal. Und wenn man sportlich ist, noch mal.

Alles zusammengenommen bin ich auf eine Heilungschance von weit über 100 Prozent gekommen und war überzeugt: Das kann einfach nur gut gehen. Mit diesem Gedanken bin ich durch das ganze Jahr gegangen.

Marlen war von Anfang an überzeugt, dass sie den Krebs besiegt.

Fünf Jahre noch, wenn alles gutgeht

Heute, nach eineinhalb Jahren, geht es mir eigentlich wieder gut. Ich bekomme noch eine Antikörper-Therapie gegen das Rückfallrisiko und ich muss fünf Jahre lang ein Medikament einnehmen, das die Hormonproduktion unterdrückt, da mein Tumor hormonell bedingt gewachsen ist. Deshalb befinde ich mich gerade in einer Art künstlicher Wechseljahre, habe mit Schlaflosigkeit und Hitzewallungen zu kämpfen. Aber die Medikamente wirken ja, da muss ich eben die Nebenwirkungen in Kauf nehmen.

Momentan gehe ich alle drei Monate zur Nachuntersuchung, irgendwann wird das nur noch alle sechs Monate nötig sein. Wenn nach fünf Jahren der Krebs nicht zurückgekehrt ist - womit ich rechne – bin ich geheilt.

Marlen ist zuversichtlich, dass der Krebs nicht zurückkehrt.

Zertifziertes Brustkrebszentrum

Mehr als 5.000 Brustkrebsfälle werden jährlich stationär in unserer Frauenklinik in Harlaching behandelt. Die Patientinnen werden durch erfahrene Onkologen, Radiologen, Pathologen, Strahlentherapeuten und Nuklearmediziner betreut. in unserem Brustkrebszentrum erhalten Patientinnen ein multimodales Konzept - angefangen bei der präzisen Diagnostik bis hin zur Brustrekonstruktion.

Brustkrebszentrum Harlaching

In unserem Brustkrebszentrum werden Patientinnen umfassend von einem erfahrenen Ärzteteam mit einem festen Betreuer versorgt. Vom ersten Tag an erhalten sie zudem psychologische Unterstützung. Das gesamte Spektrum erfolgreicher Krebsmedizin wird in unserem Haus angeboten.

Brustkrebsbehandlung in Harlaching

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