Dramatische Geburt mit Schlagaderriss

„Engel“ der München Klinik retten Mutter und ihr Ungeborenes

Für Branislava Rescic verlief die vierte Schwangerschaft genauso problemlos wie die ersten drei. Nichts deutete auf irgendwelche Komplikationen hin. Auch der 06. Juli war für die hochschwangere 39-jährige anfangs ein ganz normaler Tag. Morgens Frühstück für die Kinder, Haushalt, am Nachmittag schnell zum Einkaufen in den Supermarkt und Essen vorbereiten. Doch der Tag, der so normal anfing wie jeder andere auch, sollte dramatisch enden.

Plötzlich bekommt sie keine Luft mehr

Vor den Lebensmittelregalen verspürt Branislava plötzlich starken Druck in der Brust. Sie kriegt kaum noch Luft. Da weder Schmerzen noch die Atemnot wieder weggehen, beschließt sie, in die nächstgelegene München Klinik Neuperlach zu gehen. Sie macht sich große Sorgen um ihren ungeborenen Sohn. Gegen 14 Uhr steht Branislava vor dem Kreißsaal. Zu dem Zeitpunkt hat Oberarzt Moritz Wilkening Dienst.

Die Patientin ist aufgeregt, tut sich schwer, ihre Symptome genau zu beschreiben. Die Kroatin lebt mit ihrer Familie erst seit drei Jahren in Deutschland. Wilkening vermutet zunächst eine Lungenembolie, eine gefährliche Schwangerschaftskomplikation. Hauptursache ist eine Thrombose in den Beinvenen. Löst sich das Gerinnsel, kann es ein Blutgefäß der Lunge verstopfen. In der Schwangerschaft ist das Thromboserisiko etwa um das Zehnfache erhöht. Typische Symptome sind Brustschmerzen und Atemnot.

Gefahr für Mutter und Kind

Kaiserschnitt in der München Klinik Neuperlach

Das Problem: Für eine genaue Diagnose muss die Schwangere ins CT. Und dabei wäre auch das Kind den Röntgenstrahlen und dem Kontrastmittel ausgesetzt. Der Arzt entscheidet schnell. Da das Herzproblem der Mutter absolut dringlich ist und sich die Schwangerschaft bereits in der 37. Woche befindet, holt er das Kind per Kaiserschnitt auf die Welt.

Was auch Professor Dr. Christoph Scholz, der Chefarzt der Frauenkliniken an den Standorten Neuperlach und Harlaching, bestätigt: „Matias war ein sogenanntes "spätes Frühgeborenes" und hat sich anfangs etwas schwergetan, selbstständig zu atmen und seinen Blutzuckerspiegel zu halten. Aber er hat sich dank der intensiven Versorgung unserer Neonatologen aus unserer Schwesternklinik in Harlaching prima entwickelt. Er ist putzmunter und es geht ihm gut.“

Auch der kleine Matias hat alles reibungslos überstanden.

Die Schockdiagnose

Akute Lebensgefahr für die Mutter

Die Erleichterung, dass es ihrem Sohn gutgeht, währt bei Branislava nur kurz. Direkt nach dem Kaiserschnitt geht es ins CT, schließlich besteht immer noch Verdacht auf eine Lungenembolie. Die schockierende Diagnose: keine Lungenembolie, dafür aber eine beginnende Aortendissektion. Lebensgefahr. Die frisch gebackene Mutter wird sofort in die München Klinik Bogenhausen transportiert. Die Herz- und Gefäßchirurgen bereiten im Eiltempo den OP vor.

Bei einer Aortendissektion reißen die inneren Wandschichten der Hauptschlagader ein. Blut gelangt zwischen die Wandschichten und die Aorta spaltet sich der Länge nach auf. „Frau Rescic hatte noch Glück im Unglück. Die umhüllende Schicht aus Bindegewebe war noch intakt. Sie hat ein starkes Einbluten verhindert“, erklärt Prof. Dr. Walter Eichinger, Chefarzt der Bogenhausener Herzchirurgie. Würde auch diese letzte Barriere reißen, kann die Patientin innerlich verbluten.

Lebensrettende OP in der München Klinik Bogenhausen

Nur eineinhalb Stunden später, nachdem sie noch hochschwanger in Neuperlach vorstellig war, liegt sie in Bogenhausen auf dem OP-Tisch. Bis tief in die Nacht hinein dauert die OP, bei der Branislava an die Herz-Lungen-Maschine angeschlossen wurde.

Die aufsteigende Aorta und ein Teil des Aortenbogens werden mit Gefäßprothesen ersetzt. Dem Operateur Oberarzt Dr. Edgar Eszlari gelingt es sogar, die Aortenklappe zu rekonstruieren, so dass der Patientin eine künstliche Herzklappe und die damit verbundene lebenslange Einnahme von Blutverdünnern erspart bleibt.

„Die Ärzte und Pflegekräfte waren unsere Engel“

Um zwei Uhr nachts konnte die OP erfolgreich beendet werden. Die Chirurgen informierten direkt ihre Kollegen in Harlaching und Neuperlach über die geglückte OP. Aufatmen bei den Medizinern, die mit der Familie gebangt hatten. Tränen der Erleichterung bei der Familie. Vater Dragan (46): „Mir fehlen die Worte, ich kann nicht beschreiben, welche Angst ich um Branislava hatte.“

Am Bett konnte Branislava neben ihrem Mann dann endlich auch ihren kleinen Matias in die Arme schließen. Ihre Kinder Fran (8), Mia (15) und Patricia (17) mussten sich aufgrund der Besuchsregelung noch ein wenig gedulden, bis auch sie Mutter und Brüderchen endlich umarmen konnten. Für die vierfache Mutter sind die Ärzte und Pflegekräfte Helden.

„Ohne sie gäbe es mich heute nicht mehr, sie haben mir persönlich ein zweites Leben geschenkt, mein Sohn wäre nicht am Leben, mein Mann und meine drei Kinder wären allein. Sie waren wie Engel, die auf uns aufgepasst haben.“
Branislava Rescic

Die Familie mit Sohn Fran (Mitte) und den Ärzten Moritz Wilkening, Alexia Doin, Edgar Eszlari, Walter Eichinger und Christoph Scholz (v.l.n.r.).

Zusammen stark. Für unsere Patientinnen und Patienten.

Dank der herausragenden Teamleistung von Ärzten und Pflegekräften der Standorte Bogenhausen, Harlaching und Neuperlach sind Mutter und Sohn am Leben. Die Kombination der beiden Operationen war medizinisch eine Herausforderung, die die Spezialisten der München Klinik mit Bravour gemeistert hatten.

Die München Klinik gGmbH ist ein Verbund aus vier Kliniken der höchsten Versorgungsstufe mit Standorten in Bogenhausen, Harlaching, Neuperlach, Schwabing sowie der Fachklinik für Dermatologie und Allergologie in der Thalkirchner Straße. Unser Behandlungsspektrum geht über den Bedarf einer europäischen Metrolpole hinaus.

Egal, ob es um weit verbreitete sogenannte Volkskrankheiten oder um seltene Spezialdiagnosen geht, die Spezialistinnen und Spezialisten in allen medizinischen Fachgebieten arbeiten stets auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft. Im Blick unserer Ärzte ist immer die optimale Behandlung unserer Patienten. Das impliziert nicht nur die enge Zusammenarbeit zwischen den Fachabteilungen sondern auch die Kooperation zwischen den Häusern.

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